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Die Sache mit der Ernährung

Low-Carb, High-Carb, ketogene Diät, vegan, vegetarisch, nur Hühnchen mit Reis oder doch die Grapefruit-Diät? Ja was denn nun? Welche Ernährungsweiße bringt mich in Topform? Vor allem aber: Welche Ernährungsweiße hält meine Leistungsfähigkeit über Jahre konstant? Grundsätzlich geht es also um die Frage nach der optimalen Ernährung für den Menschen. Und wie er dadurch…

  • Länger lebt
  • Muskeln/Kraft aufbauen kann
  • Geistig fit bleibt
  • Von morgens bis abends ein hohes Energieniveau hat
  • Selten bis gar nicht krank wird
  • sich fortpflanzen kann

Das sind erstmal die wichtigsten Dinge, die eine gewisse Ernährungsweiße mit sich bringen sollte. Und das ganze LANGFRISTIG. Das äußere Erscheinungsbild sollte erst einmal zweitrangig sein. Doch das ist es bei den meisten Ernährungsprogrammen nicht der Fall. Man verliert vielleicht 10 Kg Fett in einem Monat fühlt sich dabei aber einfach nur SCHE… . Fragen Sie mal einen Bodybuilder wie es ihm in der Wettkampfvorbereitung geht. GAR nicht gut. Aber er kommt kurzfristig und äußerlich sichtbar in Topform.

Um es nochmals festzuhalten: Das Wichtigste beim Thema Ernährung ist und bleibt die Leistungsfähigkeit. Trotzdem passt sich das Äußere aber an und man sieht auch fit aus (Muskelaufbau, Fettabbau). Keine Frage, aber das ist nicht mal kurz in 30, 69,  oder 99 Tagen gemacht, wenn man davor Jahre nichts von einer guten Ernährung wissen wollte. Die meisten Ernährungspläne von irgendwelchen Wunderprogrammen beschränken sich aber leider nur auf das sichtbare Ergebnis.

Was haben eigentlich all diese anfangs erwähnten Ernährungsformen gemeinsam? Sie schränken die Lebensmittelauswahl ein. Man soll so wenig wie möglich Kohlenhydrate essen oder man soll sehr viele Kohlenhydrate essen. Die gleiche Frage stellt sich bei Protein und Fett. Jeder meint es besser zu wissen. Es entstehen wahre Religionsgemeinschaften. Bei den Einen ist die Low-Carb Ernährung der heilige Grahl, bei den Anderen die Paleo-Ernährung.

Und die Oma sitzt am Frühstückstisch und nörgelt an ihre Enkel rum, der gerade gar nichts isst und sich am intermittierenden Fasten (14-16 Stunden nicht essen) versucht: „ Du musst doch was essen. Das kann doch nicht gesund sein“. Da nimmt sich die Oma wütend die Butterbrezel, die eigentlich für ihren Sohn gedacht war, isst sie und geht in den Garten Kartoffeln ernten. Der Enkel ist beleidigt und greift sich erstmal sein Handy zum Facebook checken. Scheiße bei Oma gibts kein Wlan.

Und da kommen wir zum nächsten Punkt: Bewegung. Bewegung und Ernährung gehören eigentlich zusammen. Die sportliche Betätigung muss Bestandteil einer jeden Ernährungsform sein. Beide Systeme sind entscheidend für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, wobei die Art und Dauer der sportlichen Aktivität, die Nahrungsaufnahme bestimmt. Der Enkel, der die ganze Zeit am Handy hängt, hat die Brezel wahrscheinlich echt nicht „ verdient“. Die Oma, die mit 70 noch im Garten arbeitet wohl eher.

Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Sichtweißen. Jeder hat so seine „ Brille“ auf: Die Oma sagt Brot ist gesund, das hat man schon immer gegessen (gesellschaftliche Sichtweiße, Tradition). Die Veganerin meint: „ Ich brauche keine tierischen Produkte.“ (moralische Sichtweiße). Und die Lebensmittelindustrie erläutert: „ Schokomüsli ist gesund“ (wirtschaftliche Sichtweiße). Jeder kann seine „ Brille“ aufhaben und seine Meinung vertreten. Auch ich hab meine „ Brille“ auf und sehe alles aus biochemischer Sicht und eigener Erfahrung. Ich habe viele Bücher und Studien gelesen und fast alle Ernährungsformen auch ausprobiert.

Um meine Sichtweiße klar zu machen, betrachten wir zunächst mal die kleinste Einheit in unserem Körper: Unsere Zelle. Wir suchen nach dem Ursprung der Energie. Energie entsteht in den sogenannten Kraftwerken der Zelle: den Mitochondrien. In den Mitochondrien wird mithilfe von ATP Energie freigesetzt und erzeugt. ATP kann aus Fettsäuren oder aus Glukose (Zucker) synthetisiert werden. Wir Menschen benutzen BEIDE Energiegewinnungswege und sollten auch BEIDE nutzen. Der Körper sollte seine Energie nicht primär aus einer Energiequelle nutzen. Warum den Körper unnötig einschränken? Er sollte stets flexibel sein. Das Ganze muss man natürlich anders bewerten, wenn jemand bisher GAR kein Sport gemacht hat oder bisher primär von einer bestimmten Energiequelle gelebt hat (KH oder Fett). Dann kann es für eine gewisse Zeit sinnvoll sein, diese Energiequelle einzuschränken und dem Körper aufzuzeigen, dass es eigentlich mehrere Energiegewinnungswege gibt. Im Allgemeinen ist Ausgewogenheit das Stichwort.

Diskutiert wird immer über die Makronährstoffe (KH, Fett, Protein). Welcher Tank soll vollgemacht und primär genutzt werden? Der Kohlenhydrattank oder der Fetttank? Meistens sind die Energietanks aber eh voll, und man wundert sich warum man nicht fit ist. Die Energie kann nicht umgesetzt werden, bzw. besteht im Überschuss -> Man nimmt an Fettmasse zu. Es fehlen die Enzyme, die die Reaktionsketten in Gang setzten und die Tanks leeren. Genauer gesagt es fehlen die Mikronähstoffe für die jeweiligen Reaktionen (Magnesium,Q10, Zink, manche Aminosäuren).

Für individuelle Anpassungen braucht man Messsysteme, die die Mikronährstoffdefizite und die individuelle Makronährstoffaufteilung aufdecken können. Bist du eher der Fettstoffwechseltyp oder der Kohlenhydratstoffwechseltyp? Um das herauszufinden, benutzte ich  eine Kaliperzange (Fettmesszange) und messe die Hautfaltendicke an 13 verschiedenen Stellen am Körper. Die Verteilung der Fettdepots lässt Rückschlüsse auf den Hormonhaushalt und die präferierte Energiequelle zu. So besitzen Männer, im Vergleich zu Frauen, weniger Fett an den Oberarmen aufgrund von Testosteron. Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon und hat neben muskelfördernden Effekten auch großen Einfluss auf das Energieniveau und dem körperlichen Wohlbefinden. Will man also das Energieniveau steigern, muss man über die Ernährung vermehrt Nährstoffe aufnehmen, die für die Synthese von Testosteron nötig sind. Als Nebeneffekt wird der Oberarm definierter. Das nur als kleines Beispiel.

Um das Ganze zusammenzufassen: Wir sollten schauen, dass wir nährstoffdichte Nahrungsmittel essen und nicht immer das Gleiche. Ausgewogenheit ist das Stichwort. Wir sollten messen lassen, welche Mikronährstoffe genau fehlen (Blutbild beim Arzt, oder indirekt über die Verteilung der Fettdepots). Einfach mehr wissen, mehr ausprobieren und nicht irgendwelchen Marketinggags Glauben schenken. Und um die Kohlenhydrate-oder-nicht-Frage zu beantworten: Die Oma braucht sie, der Enkel muss sie sich erst mal „ verdienen“. Und da wären wir wieder beim Thema Sport und Bewegung. Ernährung und Bewegung gehören untrennbar zusammen.

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